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Auto-Spielzeug für die Welt

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BYD

BYD lud vier Journalisten aus Österreich nach China: Doch nicht alle Autos, die dort gezeigt wurden und die wir auch fahren durften, werden nach Europa kommen.

Eine U8 wird es in Wien wohl nie geben – und das gilt nicht nur für die U-Bahn, sondern auch für das gleichnamige Automobil von Yangwang. Wer Yangwang noch nicht kennt: Das ist die Luxusmarke aus dem Hause BYD, die ihr 5,40 Meter langes SUV seit gut einem Jahr in China verkauft. Das Besondere dabei, und wir haben es ausprobiert: Der U8 ist nicht wasserscheu, ganz im Gegenteil; BYD hat auf seinem Testzentrum eigens dafür ein Schwimmbecken mit Anfahrtsrampe gebaut. Schon ein eigenartiges Gefühl, wenn das Auto plötzlich den Boden unter den Rädern verliert und der Fahrer zum Kapitän wird, der das zum Boot mutierte Auto in einer eleganten Runde mit ruhigen Lenkmanövern wieder aus den Tiefen herausmanövriert.

Denza startet auch bei uns
Doch, wie gesagt: Den U8 wird es bei uns  vermutlich nicht geben: Ein chinesisches Auto, das schon am Heimmarkt umgerechnet rund 140.000 Euro kostet, wäre bei uns wahrscheinlich schwer verkäuflich. Und dann stellt sich noch die Frage, ob man im Wörthersee oder in der Alten Donau mit diesem Schwimmzeug herumschippern dürfte. 
Technisch beeindruckend ist er aber allemal, der U8: Das gilt auch für den Denza Z9GT. Drückt man auf eine Taste am großen Bildschirm in  der Mittelkonsole, kann man jenen Winkel einstellen, wo das Auto wieder rausfahren soll. Das ist sehr praktisch bei engen Lücken, wo man sonst nicht mehr wirklich rauskommen würde. Dass sich das Wendemanöver negativ auf das Lebensalter der Reifen auswirkt, zeigen die schwarzen Spuren am Asphalt, die die Vorgänger bereits hinterlassen haben. Im Gegensatz zum Yangwang U8 kommt der Denza Z9GT auch nach Europa; in Österreich gilt ein Start der eleganten Limousine im April 2026 als wahrscheinlich. 

Ablöse für den Tang
Stolz sind sie bei BYD auch auf den Atto 8: Der wird, das gilt als gesichert, den (in Österreich eher wenig verkauften) Tang ablösen, wenn auch erst im 4. Quartal 2026. Das Besondere am Atto 8 ist seine Ladeleistung. Bis zu 1.000 kW (also 1 MW) fließen durchs Kabel. Das bedeutet, dass die Batterie in nur 5 Minuten Strom für bis zu 400 Kilometer aufnehmen kann.
Natürlich geht das nicht überall, und auch in Österreich soll ein Flash-Charging-Netz aufgebaut werden. Im Interview spricht Stella Li, Executive Vice President von BYD, von 600 Stationen, die sie „so rasch wie möglich“, also bis zum Ende des 2. Quartals 2026, in Europa aufbauen lassen will. Ende 2026 sollen es dann 3.000 Flash-Charger in Europa sein. Details zu den geplanten Standorten in Österreich hält man vorläufig noch zurück, denn auch die Autos sind ja noch nicht da.

Erster Pick-up rollt heran 
Als weitere Neuheit könnte 2026 auch ein Pick-up von BYD zu uns kommen: Der Shark gilt als ziemlich sicherer Kandidat, wenn sich die ersten Informationen aus Kreisen des Importeurs  denn auch bewahrheiten. 
Und auch der Atto 2 wird noch im kommenden Jahr deutlich aufgewertet: Bereits bei den Händlern zur Probefahrt bereit steht der Atto 2 mit der neuen Blade-Battery mit 64,8 kWh. Er soll bis zu 430 Kilometer Reichweite schaffen und in 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Einen 11-kW-AC-Lader zum langsamen Auffüllen über Nacht oder am Arbeitsplatz gibt es beim Atto 2 natürlich weiterhin. Der aktuell verbaute 44-kW-Akku soll 2026 beim Atto 2 übrigens wegfallen, heißt es.
Weitere Neuheit beim Atto 2 ist der DM-i: BYD-Kunden wissen diese Buchstaben bereits zu deuten, man kennt sie aus dem Seal 6. DM-i ist die PHEV-Version, die bis zu 90 Kilometer rein elektrisches Fahren ermöglicht, den Rest auf die bis zu 1.000 Kilometer Reichweite erledigt dann der konventionelle Antrieb. 
Doch zurück nach China: Im Round Table spricht Stella Li, das Gesicht von BYD nach außen, auch von der „Anfangsphase“, in der sich ihre Marke in Europa befinde: „Wir investieren viel Zeit in den Aufbau eines starken Händlernetzwerks und eines Kundendienstes. Außerdem geben wir viel Geld für Marketing und Schulungen aus. Und wir investieren viel in den Aufbau der Infrastruktur.“ 
Gewinne dürfte der Hersteller in Europa momentan nicht schreiben. Li: „Der Markt benötigt noch ein höheres Volumen, um profitabler zu werden. Aber wir glauben fest an nachhaltiges Wachstum.“ Man brauche eine langfristige Vision, um erfolgreich zu sein, meint die Managerin: „Dafür muss man sich zunächst als vertrauenswürdige Marke für die Verbraucher etablieren. Darauf konzentrieren wir uns.“
Doch wo sieht BYD seine Ziele für die nahe Zukunft? „Unser Ziel ist es, in den nächsten zwei Jahren in verschiedenen Märkten zu den wichtigsten Akteuren zu gehören.“ 
Das bedeutet aber nicht gleich, dass BYD – wie in China – Marktführer sein will. „Das ist eine große Herausforderung. Denn Europa ist das Herzstück. Das erste Auto kam aus Europa. Wir glauben nicht, dass wir die Nummer 1 in Europa sein können. Aber wir werden einer der wichtigsten Akteure am Markt sein.“ 
Einen Zeitplan dafür will Stella Li auch auf Nachfrage nicht nennen, nur so viel: „Ich garantiere Ihnen: In spätestens 10 Jahren werden wir viel stärker sein.“

Kommt auch der U9 zu uns? 
Die Fabriken in China wollen ausgelastet sein. Eine davon, jene in Zhengzhou, durften wir uns anschauen, zumindest Teile davon. Mehr wäre gar nicht möglich gewesen, denn die Fabrik ist so groß, dass hier 6 Plattformen und 12 Modelle produziert werden. Viele Autos für China und die ganze Welt …
Nicht für Österreich eingeplant ist leider das schnellste Serienauto der Welt, der Yangwang U9 mit Scherentüren und 960 kW/1.300 PS. •

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